PIRATES OF THE CARIBBEAN 2 - Dead Man`s Chest [Filmkritik KINO]
Auch die Filmindustrie hat ihre eigenen Regeln. Eine davon besagt, dass auf einen erfolgreichen Film, auf einen Blockbuster, der diesen Namen auch verdient, ein Sequel folgen muss. Ein Sequel soll die Goldgrube quasi vergrössern, einen weiteren Claim schaffen, wo diejenigen, die bereits in den ersten Teil investiert haben, sich nochmals eine goldene Nase verdienen können. Klar gibt es Filme, wo sich eine Fortsetzung grundsätzlich nicht anbietet - die Titanic ist bekannterweise für immer im Meer untergegangen, und da kommt sie nie mehr rauf, auch wenn Leonardo di Caprio kryogenisch am Meeresgrund überdauert. Vielen Sequels ist indes ein ähnlicher Untergang bestimmt - man denke etwa an die wenig überzeugenden zweiten Teile wie "xXx 2 - The Next Level" oder die von einigen Fans leidenschaftlich gehasste Prequel-Trilogie von "Star Wars". Doch es gibt auch Erfolgsstories, wer möchte schon ohne die "Die Hard", "Lethal Weapon", "Beverly Hills Cop" oder "Star Wars Episode V + VI" leben. In diese zweite Kategorie reiht sich nun auch die Fortsetzung von "Pirates of the Caribbean" ein und hier kann man mit Begeisterung ausrufen: Das Warten hat sich gelohnt!
Denn Regisseur Gore Verbinski hält sich an eine erfolgsversprechende Regel: Never change a winning team. So wurden wiederum Johnny Depp als Captain Jack Sparrow, Orlando Bloom als Will Turner und Keira Knightley als Elizabeth Swann verpflichtet. Die Heiratspläne letzterer werden von der Obrigkeit durchkreuzt, um seine Braut und sich selbst zu retten, muss sich Will Turner dazu verpflichten, Captain Jack Sparrows magischen Kompass als Befreiungspfand zu beschaffen. Damit ist die Jagd eröffnet, bei der jeder Charakter etwas anderes sucht, um wiederum für sich oder für eine geliebte Person etwas zu erreichen - und dabei kommt es natürlich zu Interessenkonflikten, die hier und da in urkomischen Szenen gipfeln. Faszinierend hierbei ist, dass die Spannung und der "Groove" des Films über die gesamten 150 (!) Minuten anhält, ja er entwickelt sogar einen Sog, den einen schon sehnsüchtig nach dem (inzwischen bereits abgedrehten) dritten Teil lechzen lässt. Johnny Depp spielt den exzentrischen und egozentrischen Jack Sparrow genial und hinreissend komisch, ohne jemals plump zu wirken. Orlando Bloom gibt sich als aufopfernder, liebender Will Turner, während Keira Knightleys Charakter ihre kämpferische Seite entdeckt und sich trotz Korsett mit Schwert und Schlauheit in der Männer-Piratenwelt behauptet.
Als mindestens so wichtig wie die schauspielerischen Leistungen in diesem Film erweisen sich die Spezialeffekte und die gesamte Umsetzung. Hans Zimmers Soundtrack ist gewohnt bombastisch und untermalt die Handlung perfekt - wäre man hier noch mit einigen verzerrten Gitarren gekonnt drübergerast, wäre das symphonische Schwarzmetall-Werk des Jahres wohl hier geboren worden. Die Spezialeffekte lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Sei es die schauerliche und mit dem Schiff zu verwachsen scheinende Mannschaft des "Flying Dutchman", ihr Fantomas-artig Orgel-spielender Kapitän Davy Jones oder die zahlreichen, tollen Schwertkampfszenen, die immer wieder durch ungewohnte Elemente ergänzt werden und so eine ganz eigene Note bekommen - hier werden Spezialeffekte gut eingesetzt und zwar so, dass sie weder erzwungen wirken noch die Leistungen der Schauspieler in den Schatten stellen. Klar erinnern die Szenen auf der Kannibaleninsel hier und da an "King Kong", doch "Pirates of the Caribbean 2 - Dead Man`s Chest" ist ungleich humorvoller, leichtfüssiger und letzten Endes auch mitreissender. Da macht es auch nichts, dass man sich manchmal in der Filmfassung von "Monkey Island" wähnt - denn wie das Computerspiel macht dieser Film einfach Spass auf der ganzen Linie und bietet Popcorn-Kino der Extraklasse. Mit anderen Worten: Es schadet nichts, sich diesen Streifen mit hohem Suchtfaktor mehr als einmal anzusehen, denn ansonsten übersteht man die Wartezeit bis zum dritten Teil nicht.
Veröffentlichungstermin: 27.07.2006
Spielzeit: 150:00 Min.
Line-Up:
Jack Sparrow: Johnny Depp
Will Turner: Orlando Bloom
Elisabeth Swann: Keira Knightley
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produziert von Jerry Bruckheimer
Label: Walt Disney
Homepage: http://disney.go.com/disneypictures/pirates
Denn Regisseur Gore Verbinski hält sich an eine erfolgsversprechende Regel: Never change a winning team. So wurden wiederum Johnny Depp als Captain Jack Sparrow, Orlando Bloom als Will Turner und Keira Knightley als Elizabeth Swann verpflichtet. Die Heiratspläne letzterer werden von der Obrigkeit durchkreuzt, um seine Braut und sich selbst zu retten, muss sich Will Turner dazu verpflichten, Captain Jack Sparrows magischen Kompass als Befreiungspfand zu beschaffen. Damit ist die Jagd eröffnet, bei der jeder Charakter etwas anderes sucht, um wiederum für sich oder für eine geliebte Person etwas zu erreichen - und dabei kommt es natürlich zu Interessenkonflikten, die hier und da in urkomischen Szenen gipfeln. Faszinierend hierbei ist, dass die Spannung und der "Groove" des Films über die gesamten 150 (!) Minuten anhält, ja er entwickelt sogar einen Sog, den einen schon sehnsüchtig nach dem (inzwischen bereits abgedrehten) dritten Teil lechzen lässt. Johnny Depp spielt den exzentrischen und egozentrischen Jack Sparrow genial und hinreissend komisch, ohne jemals plump zu wirken. Orlando Bloom gibt sich als aufopfernder, liebender Will Turner, während Keira Knightleys Charakter ihre kämpferische Seite entdeckt und sich trotz Korsett mit Schwert und Schlauheit in der Männer-Piratenwelt behauptet.
Als mindestens so wichtig wie die schauspielerischen Leistungen in diesem Film erweisen sich die Spezialeffekte und die gesamte Umsetzung. Hans Zimmers Soundtrack ist gewohnt bombastisch und untermalt die Handlung perfekt - wäre man hier noch mit einigen verzerrten Gitarren gekonnt drübergerast, wäre das symphonische Schwarzmetall-Werk des Jahres wohl hier geboren worden. Die Spezialeffekte lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Sei es die schauerliche und mit dem Schiff zu verwachsen scheinende Mannschaft des "Flying Dutchman", ihr Fantomas-artig Orgel-spielender Kapitän Davy Jones oder die zahlreichen, tollen Schwertkampfszenen, die immer wieder durch ungewohnte Elemente ergänzt werden und so eine ganz eigene Note bekommen - hier werden Spezialeffekte gut eingesetzt und zwar so, dass sie weder erzwungen wirken noch die Leistungen der Schauspieler in den Schatten stellen. Klar erinnern die Szenen auf der Kannibaleninsel hier und da an "King Kong", doch "Pirates of the Caribbean 2 - Dead Man`s Chest" ist ungleich humorvoller, leichtfüssiger und letzten Endes auch mitreissender. Da macht es auch nichts, dass man sich manchmal in der Filmfassung von "Monkey Island" wähnt - denn wie das Computerspiel macht dieser Film einfach Spass auf der ganzen Linie und bietet Popcorn-Kino der Extraklasse. Mit anderen Worten: Es schadet nichts, sich diesen Streifen mit hohem Suchtfaktor mehr als einmal anzusehen, denn ansonsten übersteht man die Wartezeit bis zum dritten Teil nicht.
Veröffentlichungstermin: 27.07.2006
Spielzeit: 150:00 Min.
Line-Up:
Jack Sparrow: Johnny Depp
Will Turner: Orlando Bloom
Elisabeth Swann: Keira Knightley
Regie: Gore Verbinski
Musik: Hans Zimmer
Produziert von Jerry Bruckheimer
Label: Walt Disney
Homepage: http://disney.go.com/disneypictures/pirates
FILMKRITIK (KINO) im vampster-Archiv
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Wir sind ja so schlimm neutral, wir haben gar keine Feinde mehr.